Foto: Gemeinde Gilching - KI-generiertes Bild (Gemini)

Igel schützen: Gefahren durch Mähroboter & Gartengeräte im Blick

Der Europäische Igel ist ein gesetzlich geschütztes Wildtier, das zunehmend unter Druck gerät. Auch in Gilching findet er in unseren Siedlungsräumen immer weniger geeignete Lebensräume und Nahrung. Selbst Gärten, die auf den ersten Blick grün wirken, bergen oft unsichtbare Gefahren.

Die Gemeinde Gilching möchte deshalb auf diese Gefahrenquellen aufmerksam machen und für einen igelfreundlichen Umgang mit Gartengeräten sensibilisieren.

Naturnahe Gärten leisten einen unschätzbaren Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt. Schon kleine Veränderungen in der Gartenpflege helfen dem Igel und vielen anderen Tierarten, in unserer Gemeinde wieder sicher leben zu können.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe und Ihren Beitrag zum Artenschutz vor der eigenen Haustür!

Warum sind unsere Igel in Gefahr?

Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Da sie bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich zusammenrollen, sind sie modernen Gartengeräten schutzlos ausgeliefert:

  • Fadentrimmer und Tellersensen: 
    Da sie bodennah und oft in dichter Vegetation (unter Hecken oder an Kanten) eingesetzt werden, verletzen sie dort schlafende Igel oft lebensgefährlich.
  • Mähroboter: 
    Viele Geräte erkennen kleine Igel nicht als Hindernis und überrollen sie. Die Dunkelziffer an verletzten Tieren ist hoch, da sich verletzte Igel instinktiv zurückziehen und unentdeckt im Gebüsch verenden. Weitere Informationen zum Schutz von Igeln und anderen Kleintieren finden Sie auf der Internetseite des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz - Link: Kleintierschutz vor Mährobotern | Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
  • Der „englische Rasen“ als Hungersnot: 
    Mähroboter halten das Gras dauerhaft extrem kurz. Dadurch wird der Lebensraum von Insekten zerstört – und damit die wichtigste Nahrungsgrundlage der Igel.
Checkliste: Wie mache ich meinen Garten igelsicher?

Der beste Schutz für den Igel und die Natur ist der Verzicht auf vollautomatische Mähroboter und der griff zum klassischen Rasenmäher. Wer dennoch nicht auf einen Roboter verzichten möchte, sollte die folgenden Punkte strikt beachten:

  • Mähroboter nur tagsüber einsetzen
    Wichtige Bitte: Lassen Sie Mähroboter ausschließlich tagsüber (z. B. zwischen 10:00 und 16:00 Uhr) laufen. In der Dämmerung und nachts gehen Igel auf Nahrungssuche und sind besonders gefährdet. Schalten Sie auch den automatischen Nachtmodus unbedingt aus.
  • Erst prüfen, dann schneiden
    Suchen Sie hohe Vegetation, Heckenränder und Bereiche unter Büschen gründlich ab, bevor Sie mit dem Fadentrimmer oder der Tellersense arbeiten. Hier verschlafen Igel den Tag.
  • Wilde Ecken zulassen
    Erhalten Sie naturnahe Bereiche in Ihrem Garten. Ein Haufen aus Totholz oder Laub, wilde Ecken und dichte Hecken sind die perfekte, sichere „Wohnung“ für den Igel.
  • Nahrungsgrundlage schaffen
    Verzichten Sie auf Pestizide, Steingärten und chemische Dünger. Ein naturnaher Garten mit Wildblumen, heimischen Pflanzen und Bereichen mit etwas höherem Gras bietet vielen Insekten und anderen Wirbellosen Lebensraum. So finden Igel ausreichend natürliche Nahrung wie Käfer, Larven, Regenwürmer und andere Kleintiere.
  • Igelgerechte Durchgänge in  Zäunen schaffen
    Ausreichend große Durchgänge in Zäunen ermöglichen Igeln den Zugang zu ihren Nahrungshabitaten. Empfehlenswert sind Schlupflöcher von etwa 13 × 13 cm oder Zäune mit ausreichend Bodenabstand, damit Igel ungehindert hindurchkriechen können. So bleiben ihre wichtigen Wanderwege erhalten.
  • Benötigen Sie hierbei Hilfe: Die Gemeinde Gilching, Tierpiraten e. V. und der BUND Naturschutz e. V.  in Bayern Kreisgruppe Starnberg unterstüzten Sie gerne. Alle Infos hierzu finden Sie unter dem Link “Igeltore für Gilching: Gemeinsam Lebensräume verbinden
Erste Hilfe: Was tun, wenn ich einen verletzten Igel finde?

Wenn Sie einen verletzten, kranken oder tagsüber herumlaufenden Igel finden (gesunde Igel schlafen tagsüber!), ist schnelles Handeln gefragt:

  • Sichern und wärmen: Nehmen Sie das Tier vorsichtig mit Handschuhen auf und setzen Sie es in einen hohen Karton. Wenn der Igel sich kühl anfühlt, legen Sie eine handwarme (nicht heiße!) Wärmflasche, eingewickelt in ein Handtuch, dazwischen.
  • Keine Kuhmilch! Igel sind laktoseintolerant und sterben an Kuhmilch. Bieten Sie ihm stattdessen frisches Wasser und etwas Katzen-Nassfutter (ohne Soße/Gelee, hoher Fleischanteil) an.
  • Fachhilfe holen: Wenden Sie sich umgehend an eine Tierarztpraxis, ein Tierheim oder eine spezialisierte Igelstation.
Wichtige Anlaufstellen in unserer Region

Alternativ: Jede örtliche Tierarztpraxis kann im Notfall eine Erstversorgung durchführen.

Weiterführende Informationen & Links

Möchten Sie Ihren Garten noch igelfreundlicher gestalten oder sich tiefer informieren? Hier finden Sie hilfreiche Tipps und Broschüren:

Ihre Ansprechpartnerin

Christine Hammel

Energie/Klima/Umwelt

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