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Mittwoch, 2017-03-29

Gilchinger Glatze

Nachdem der Dialog zur Entwicklung der Ortsmitte Gilching auf großes Interesse in der Bevölkerung gestoßen ist und hier die Entwicklung der "Gilchinger Glatze" immer wieder - teilweise auch mit Besorgnis - thematisiert wurde, hat der Gemeinderat beschlossen, den hilfreichen Dialog zur Entwicklung Ortsmitte überzuleiten in einen ebenso offen kooperativen Dialog zur Entwicklung der Gilchinger Glatze.

Obwohl beide Gebiete - Ortsmitte und Glatze - innerhalb des Gebiets der sogenannten Vorbereitenden Untersuchungen (VU) im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms liegen, wurden die Dialoge zu den beiden für die Gemeinde zentralen Entwicklungen ganz bewusst nacheinander geschaltet. Die interessierten Bürgerinnen sollten sich auf die jeweils hohe Komplexität der Planungen zur Ortsmitte und zur Glatze konzentrieren können.

So kommt es, dass nun - aufbauend auf den von Juli 2014 bis November 2015 schon erarbeiteten gemeinsamen Vorstellungen zur Profilierung des Zentrums der Gemeinde - das Gespräch über die Entwicklungschancen der Glatze eröffnet werden kann.

Für den Bereich der Gilchinger Glatze wurde im August 2005 ein städtebaulicher und freiraumplanerischer Ideenwettbewerb ausgelobt, aus dem die Arbeit des Teams

  • Rommel Architekten, Stuttgart/Trier
  • Landschaftsarchitekten Ernst+Partner, Trier sowie
  • Ingenieurbüro ebök, Tübingen (Energie)

 

als die bestbewertete hervorging. Das im Dezember 2005 mit dem 1. Preis ausgezeichnete Planungskonzept wurde zwischenzeitlich zu einer Rahmenplanung ausgearbeitet, die die Grundlage für einen jetzt zu erstellenden Bebauungsplan bilden soll.

Zunächst soll jedoch über einige wichtige Punkte mit der interessierten Bürgerschaft diskutiert werden, insbesondere über:

  • Grün:
    Gestaltung der Grünbereiche, die die Hälfte des Planungsgebiets ausmachen; Idee der "Landschaftsstadt" - Möglichkeiten für eine kleine Landesgartenschau

  • Wohnen:
    miteinander Wohnen im Zentrum/am Grünzug
    zukunftsweisende Wohnkonzepte
    bezahlbarer Wohnraum

  • Verkehr:
    Verkehrskonzept für alle Verkehrsarten;
    Mobilitätsverhalten und Mobilitätsangebote in der Gemeinde

  • Energie:
    nachhaltige Energiekonzepte

  • Qualität:
    Sicherung einer hohen Gestaltungs- und Wohnqualität im Bereich der Glatze

 

Die öffentliche Diskussion hat mit einem BürgerDialog am 1. Dezember 2015 begonnen (siehe hier), dem eine Lenkungsgruppen-Sitzung am 17.11.2015 (siehe unten) vorgeschaltet war.

Damit der offene Partizipationsprozess von allen Gesprächsgruppen möglichst wenig zeitlichen Einsatz abverlangt, haben die Moderatorinnen ein feinabgestimmtes Konzept der Kooperationen vorgeschlagen.

  • Wichtige Aufgaben übernimmt darin eine Gruppe von EntscheidungsträgerInnen, die sich um Zieltreue und um einen sinnvollen Entscheidungsfluss kümmert: diese Lenkungsgruppe ist für den reibungslosen Meinungsfindungsprozess unabdingbare Voraussetzung. Bereits beim Ortsmitten-Dialog wurde der Gemeinderat als Lenkungsgruppe aktiv, was sich bewährte und daher auch beim Dialog zur Gilchinger Glatze so gehandhabt werden soll. Es macht Sinn, hier auch die Verwaltung und die städtebaulichen Büros PLANKREIS, München sowie Rommel Architekten, Stuttgart und das landschaftsplanerische Büro Ernst+Partner, Trier einzubinden. Auch das Moderationsteam wirkt in der Lenkungsgruppe wieder fachlich und zugleich moderierend mit.
    Die konstituierende Sitzung der Lenkungsgruppe findet am 17.11.2015 im Rathaus statt.
  • Die verschiedenen Fachbüros (Städtebauliche Sanierung, Bebauungsplanung, Landschaftsplanung, Verkehr, Energie) bringen die Ergebnisse ihrer fachlichen Bemühungen als Informationsgebende bedarfsabhängig regelmäßig in den Partizipationsprozess ein. Umgekehrt fließen aus dem Partizipationsprozess heraus Anregungen für Änderungen oder Erweiterungen der fachlichen Planung an die Büros zurück. Die Büros treffen sich in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit Bürgermeister, Verwaltung sowie dem Moderationsteam in einer so genannten Projektgruppe.
  • Dem zuverlässigen Informationsfluss, auf den die gelingende Kommunikation in der Gemeinde angewiesen ist, sichert eine stringente Öffentlichkeitsarbeit ab. Pressearbeit über örtliche Medien und Informationen via Gemeindeblatt und Internet-Seite der Kommune sind hierbei zentral.

 

Weil die Meinungen und Einstellungen in der Regel interessengebunden kontrovers sind, ist es hilfreich, im professionell geleiteten dialogischen Wechselspiel zwischen den Interessen und Bedürfnissen eine Verständigung herzustellen und gemeinsam nach realisierbaren Lösungen zu suchen. Das Moderationsteam wird dafür wieder die konstruktive Arbeitsatmosphäre und den "roten Faden" gewährleisten, damit sowohl die Unterschiedlichkeiten/Widersprüche, als auch der grundsätzliche Konsenswille Wertschätzung erfahren können.

Beauftragt mit der Moderation des Dialogprozesses wurde das Schäuble Institut, München. Frau Ingegerd Schäuble und Frau Oranna Erb übernehmen die Organisation, Anleitung und verbindliche Dokumentation eines fairen, zielführenden Dialogprozesses.

Schäuble Institut, München im Februar 2016
Oranna Erb, Ingegerd Schäuble